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Die kleinen Leute von Swabeedo
ein altes irisches Märchen |
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Vor langer Zeit lebten in dem Ort Swabeedo kleine Leute. Sie wurden die Swabeedoler genannt. Sie waren sehr glücklich und liefen den ganzen Tag mit einem freudig-fröhlichen Lächeln umher. Wenn sie sich begrüssten, überreichten sie sich gegenseitig kleine warme, weiche Pelzchen, von denen jeder immer genug hatte, weil er sie verschenkte und sofort wieder welche geschenkt bekam. Ein warmes Pelzchen zu verschenken, bedeutete für sie: ICH MAG DICH. So sagten sie sich, da jeder jeden mochte. Und das machte sie den ganzen Tag froh.
Ausserhalb des Dorfes lebt ein Kobold ganz einsam in einer Höhle. Wenn ein Swabeedoler ihm ein Pelzchen schenken wollte, lehnte er es ab. Denn er fand es albern, sich Pelzchen zu schenken. Eines abends traf der Kobold einen Swabeedoler im Dorf, der ihn sofort ansprach: "War heute nicht ein schöner, sonniger Tag?" und er reichte ihm ein besonders weiches Pelzchen. Der Kobold schaute ihm in den Rucksack mit den Pelzchen. Dann legte er ihm den Arm vertraulich um die Schulter und flüsterte ihm zu: "Nimm dich in acht. Du hast nur noch 207 Pelzchen. Wenn du weiterhin so großzügig die Pelzchen verschenkst, hast du bald keine mehr." das war natürlich vollkommen falsch gerechnet; denn jeder Swabeedoler hatte, da jeder jedem welche schenkte, immer genug Pelzchen. Doch kaum hatte der Kobold den verdutzten kleinen Mann stehen lassen, kam schon sein Freund vorbei und schenkte ihm ein Pelzchen. Doch der Beschenkte reagierte nicht wie bisher. Er packte das Pelzchen ein und sagte zu seinem Kollegen: "Lieber Freund, ich will dir einen Rat geben. Verschenke deine Pelzchen nicht so großzügig, sie könnten dir ausgehen." Bald gaben sich immer öfter Swabeedoler diesen Rat. So kam es, dass Pelzchen nur noch an allerbeste Freunde verschenkt wurden. Jeder hütete seinen Pelzchenrucksack wie ein Schatz. Sie wurden zu Hause eingeschlossen, und wer so leichtsinnig war, damit über die Strasse zu gehen, musste damit rechnen, überfallen und beraubt zu werden. Die kleinen Leute von Swabeedo veränderten sich immer mehr. Sie lächelten nicht mehr und begrüssten sich kaum noch. Keine Freude kam mehr in ihr trauriges und mitrauisches Herz. Erst nach langer Zeit begannen einige der kleinen Leute wieder wie früher kleine warme, weiche Pelzchen zu verschenken. Sie merkten bald, da ihnen die Pelzchen nicht ausgingen und da sich Beschenkte und Schenkende darüber freuten. In ihren Herzen wurde es wieder warm, und sie konnten wieder lächeln, auch wenn die Traurigkeit und das Mißtrauen nie mehr ganz aus ihren Herzen verschwand. |